Konzept zum Klassenrat an der Schule Bandwirkerstraße

Der Klassenrat ist eine regelmäßig stattfindende Gesprächsrunde, in der alle die Klasse betreffenden Anliegen und Probleme gemeinschaftlich behandelt und einvernehmlich gelöst werden sollen.

 

 

Ziele des Klassenrates

 

- Verbesserung des sozialen Klimas in der Klasse

- Stärkung der Klassengemeinschaft

- Gewaltprävention

- Verbesserung des Lern- und Arbeitsklimas

- Vermittlung von Kompetenzen:

            - Förderung der Ich-Kompetenz:

            Identitätsentwicklung, Emotionalität, Eigenverantwortlichkeit, Selbstvertrauen

- Förderung der Sozialkompetenz:

            Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Toleranz

- Förderung der Sachkompetenz:

            Gesprächsführung, Einhalten von Regeln, Deutsche Sprache (Wortschatz, Ausdruck)

 

 

Ablauf der Klassenratssitzung

 

1. Vorbereitung:

Die Kinder schreiben ihre Anliegen auf Karteikarten (mit Namen) und hängen diese an die dafür errichtete Pinnwand in der Klasse.

Karteikarten mit Anliegen und Konflikten, die schon im Vorfeld von den Beteiligten gelöst wurden, werden von ihrem Verfasser wieder abgenommen.

Die KlassensprecherInnen sichten und ordnen die Karten vor Beginn der Klassenratssitzung.

Die Klassenlehrerin/ der Klassenlehrer hält das Protokoll der vorangegangenen Sitzung bereit, um die Einhaltung evtl. Wiedergutmachungen und Absprachen abzuklären.

 

2. Eröffnung der Sitzung:

Begrüßung im Sitzkreis.

Wiederholung der Regeln (Gesprächsverhalten, evtl. Redegegenstand).

Evtl. Positivrunde.

 

3. Ergebnisse aus der Vorwoche überprüfen

Zusammenarbeit von KlassenlehrerIn (Protokollbögen) und KlassensprecherInnen (Gesprächsführung).

Zuerst die Betroffenen, dann die anderen Kinder befragen.

 

4. Aktuelle Anliegen und Probleme

Die/der KlassensprecherIn befragen zuerst den Absender, dann den Adressaten.

Beide am Konflikt beteiligten Partner stellen das Problem je aus ihrer Sicht dar. Dabei wird besonders darauf geachtet, wie es den Beteiligten auf der Gefühlsebene geht!

 

5. Lösungen/ Einigungen

Zunächst werden die Betroffenen nach ihren Wünschen gefragt (z.B. Entschuldigung oder/ und Wiedergutmachung). Gemeinsam werden Lösungsvorschläge mit der gesamten Klasse erarbeitet. Absprachen werden schriftlich im Klassenratsheft festgehalten (KlasselehrerIn).

 

6. Abschluss

Alle Beteiligten bedanken sich für die Zusammenarbeit.

Positivrunde (wenn nicht zu Beginn).

 

 

Rolle der Klassenlehrerin/ des Klassenlehrers

Die Lehrkraft begleitet die SchülerInnen verantwortungsvoll durch den Prozess und unterstützt sie in der Lösungsfindung. Sie setzt den Rahmen, ist jedoch nicht verantwortlich für das Ergebnis, d.h., sie akzeptiert die Lösungen, die die SchülerInnen finden.

Zur Grundhaltung der Lehrkraft gehören: Echtheit, Annahme und Einfühlungsvermögen.

Neben der Selbstkompetenz sollte sie über Grundlagen der Gesprächsführung verfügen (aktives Zuhören, klare Kommunikation) und zudem im Bereich der Konfliktlösung erfahren sein (Weiterbildung in Streitschlichtung, Mediation).

 

Rolle der SchülerInnen

Die SchülerInnen bringen sich ebenso wie die Lehrkraft als Person in den Klassenrat ein. Sie müssen gewillt sein, an einer gemeinsamen Lösung und deren Umsetzung eigenverantwortlich mitzuarbeiten. Dies setzt eine gegenseitige Wertschätzung und eine positive Anerkennung der verschiedenen Beiträge voraus, erfordert die Einhaltung von Regeln und baut auf Grundlagen der Gesprächsführung (Aktives Zuhören, Freies Reden) auf.

 

 

 

Das Konzept wurde in Anlehnung an das Buch „ Der Klassenrat“ von E. und H. Blum, erschienen im Verlag an der Ruhr, erstellt.